Ulrike Motschiunig

Wie ich das Schreiben entdeckte

Soweit ich zurückdenken kann, oder besser gesagt, seit ich schreiben kann, verfasse ich gerne Texte. Ich gehöre zu den Menschen, die in der Schule gerne Deutschschularbeiten schrieben. Diese Lust auf Schularbeiten bezog sich aber nur auf das Fach Deutsch! Ehrlich.
Später schrieb ich zu meinem eigenen Vergnügen und für Freunde gerne Texte: Lustige, philosophische, tiefgründige ... wozu ich gerade aufgelegt war.

Als meine Tochter Ines in das Vorlesealter kam, liebte sie es, selbst erfundene Geschichten von mir erzählt zu bekommen, die ich dann aufzuschreiben begann. Durch meine beiden Kinder wurde ich verführt, wieder in die faszinierende und lustige Gedankenwelt der Nichterwachsenen einzutauchen. Mir wurde bewusst, dass das, was mir als Kind gefiel, auch meine Kinder schön finden. Ich entdeckte, dass gute Bücher Generationen überdauern können, und genau dieses hochgesteckte Ziel habe ich mir selbst gesetzt: Besondere Kinder- und Jugendbücher zu schreiben, die das Herz berühren. Ich arbeite mit Freude daran und wünsche mir, dass mir dies auch gelingt!


Foto Leonardo Ramirez

Wieso ich zweifacher Fan von Astrid Lindgren bin


Ob es Pippi Langstrumpf mit ihren Freunden war, Michel und Klein-Ida aus Lönneberga, Madita, oder die Brüder Löwenherz. Astrid Lindgren hat sich während meiner Kindheit mit ihren einzigartigen Geschichten in mein Herz gezaubert.

Heute, als junge Autorin, ist es für mich ein spannendes Vergnügen, Astrid Lindgrens Geschichten ein zweites Mal zu erleben und das Geheimnis ihres Erfolges zu erforschen. In dem von ihr geschriebenen Buch 'Das entschwundene Land' widmete sie ein Kapitel dem 'Zwiegespräch mit einem künftigen Kinderbuchautor'. Die für mich schönste Passage aus dem Kapitel, möchte ich zitieren:

"Schreibe möglichst etwas, das nur für Kinder lustig ist, für Erwachsene aber überhaupt nicht; schreibe möglichst auch etwas, das für Kinder und Erwachsene lustig ist; schreibe aber in einem Kinderbuch niemals etwas, von dem du genau weißt, dass es nur für Erwachsene lustig ist. Du schreibst nicht, damit die Rezensenten dich für witzig und geistreich halten, vergiss das nie! Viele, die für Kinder schreiben, zwinkern über die Köpfe ihrer kindlichen Leser hinweg verschmitzt einem gedachten Leser zu, sie blinzeln Einverständnis mit den Erwachsenen und übergehen das Kind. Das ist eine Unverschämtheit dem Kind gegenüber, das dein Buch kaufen und lesen soll!"
Das entschwundene Land/Astrid Lindgren



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